Ausgabe # 10 Reel falsch verstanden? Was ich meine mit die Zubereitung zählt

Gestern hab ich auf Instagram und Tiktok gestern diese einen Reel geteilt, in dem es um ein Thema ging, das für viele erstmal absurd klingt und trotzdem total relevant ist:

Die Art, wie du dein Gemüse zubereitest, kann deinen Blutzucker beeinflussen.

Seitdem bekomme ich Nachrichten wie:
„Was? Also soll ich jetztGemüse nur noch roh essen?“
„Ich dachte, Gemüse ist immer gut?!“
„Aber du kochst dein Gemüse doch auch in deinen Rezepten??“

Und ich verstehe das. Es klingt im ersten Moment überraschend und vielleicht auch überfordernd. Ich verspreche dir: Es geht nicht darum, Gemüse schlechtzureden. Es geht darum, Verarbeitung zu verstehen.

Der Unterschied macht den Unterschied

Gemüse ist toll. Punkt. Aber die Art, wie du es verarbeitest, beeinflusst, wie schnell dein Körper die Kohlenhydrate darin aufnehmen kann. Und das wiederum hat einen direkten Effekt auf deinen Blutzucker.

Stell dir eine Skala vor:

  • Roh: Der Körper muss viel arbeiten → Blutzucker steigt langsam
  • Blanchiert / leicht gedünstet: immer noch recht stabil
  • Gekocht / weich gekocht: Struktur verändert sich, leichter verdaulich → schnellerer Anstieg
  • Püriert oder in der Suppe / aus dem Airfryer oder Ofen „durchgeschmort“: kaum noch Widerstand für den Körper → Blutzucker kann ordentlich hochgehen

Jetzt das Entscheidende:
Das bedeutet nicht, dass du kein gekochtes Gemüse mehr essen sollst.
Oder dass pürierte Suppe „schlecht“ ist. Aber wenn du dich gerade fragst, warum dein Blutzucker nicht stabil bleibt, obwohl du „so viel Gemüse isst“ dann kann genau hier der Schlüssel liegen.

Es kommt auf die ganze Mahlzeit an

Das Gemüse ist nur ein Teil des Tellers. Wenn du dazu Eiweiß, Fette, Ballaststoffe oder Blattsalat kombinierst, ist die Gesamtwirkung auf deinen Blutzucker ganz anders.

Deshalb ist es so wichtig, sich nicht nur auf einzelne Lebensmittel zu fokussieren, sondern auf die Gesamtkomposition. Das, was du isst, wirkt immer im Kontext. Deshalb haben meine Rezepte auch immer eine bestimmte Zusammensetzung aus allen Komponenten. Und natürlich schmeckt püriertes oder im Ofen durchgegartes Gemüse auch anders und lecker. Ich persönlich liebe es so. Mir ist nur irgendwann aufgefallen, dass ich zum einen deutlich mehr Kartoffeln und Gemüse esse, wenn sie aus dem Ofen oder Airfryer kommen und dass ich weniger lange satt bin.

Deshalb esse ich einfach bewusster sowohl in der Komposition als auch in der Zubereitung.

Ein Hinweis, kein Verbot

Wenn du dein Gemüse liebst, wie du es zubereitest, wenn du dich gut fühlst damit, wenn dein Blutzucker stabil ist und du auf einem guten Weg raus aus der Insulinresistenz bist, dann ändere nichts.

Dieses Reel war kein Aufruf, ab jetzt nur noch Rohkost zu essen.

Es ist ein Hinweis, für all die, die frustriert sind, die sich denken: „Ich geb mir so Mühe. Ich ess doch schon so gesund. Warum passiert trotzdem nichts?“

Dann kann genau das hier ein fehlender Puzzlestein sein.

Hör auf deinen Körper. Und wenn du gerade in einer Phase bist, wo du an kleinen Stellschrauben drehst, dann schau dir mal an, wie du dein Gemüse isst. Vielleicht ist genau das der nächste kleine Aha-Moment auf deinem Weg.

Bis nächste Woche

Deine Sally

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