In den letzten Mails habe ich dir davon erzählt, warum es bei Insulinresistenz oft nicht reicht, an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Heute möchte ich einen Aspekt herausgreifen, den ich persönlich dabei besonders unterschätzt hatte: Stress.
Ich möchte dir dafür eine konkrete Situation zeigen, die eine Followerin erlebt hatte.
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Auf dieser Blutzuckerkurve siehst du einen deutlichen Anstieg am frühen Nachmittag. Der Auslöser war hier kein Essen, sondern es war ein Arzttermin um 14 Uhr. Allein dieser Termin, die Anspannung davor, das innere Auf-der-Hut-sein, das Warten, hat gereicht, um den Blutzucker deutlich nach oben zu treiben. Das wahnsinnige daran, dieser Stress-Peak liegt in einem Bereich, den man sonst eher nach stark zucker- oder weißmehlhaltigem Essen sieht, zum Beispiel nach einem Donut oder süßem Gebäck. Zum Vergleich bei einem BZ-freundlichen Essen würde man den Peak bis 7.8 erwarten.
Und genau das ist ein Punkt, ist einem oft gar nicht bewusst und genau deswegen möchte ich ihn mir dir teilen.
Stress wirkt im Körper nicht abstrakt. Er ist biochemisch. Sobald dein Stresssystem aktiviert ist, wird Cortisol ausgeschüttet. Cortisol sorgt dafür, dass dein Körper schnell Energie verfügbar macht, unter anderem, indem Glukose ins Blut freigesetzt wird. Das ist evolutionsbiologisch sinnvoll. Problematisch wird es dann, wenn dieses System häufig oder dauerhaft aktiv ist.
Bei Insulinresistenz kommt noch etwas Entscheidendes dazu: Die Zellen reagieren ja ohnehin schlechter auf Insulin. Wenn durch Stress zusätzlich Glukose ins Blut gelangt, kann diese nicht effizient in die Zellen aufgenommen werden. Der Blutzucker steigt, auch ohne Essen. Der Körper versucht gegenzusteuern, schüttet mehr Insulin aus, das aber nicht richtig wirken kann. Hier entsteht ein Kreislauf.
Genau deshalb fühlen sich viele Situationen so frustrierend an. Man isst bewusst. Man achtet auf Mahlzeiten. Und trotzdem zeigen die Werte plötzlich nach oben.
Was man auf solchen Kurven oft auch sieht: Nach dem Stresspeak fällt der Blutzucker relativ stark ab. Das kann wiederum Müdigkeit, innere Unruhe oder Heißhunger begünstigen, als Folge der Regulation.
Für mich war das ein echter Aha-Moment. Weil ich verstanden habe, wie eng Stress und Insulinresistenz miteinander verschränkt sind. Und warum es so wenig bringt, Ernährung isoliert zu betrachten, wenn das Stresssystem dauerhaft mitläuft.
Genau dieses Zusammenspiel – Stress, Cortisol, Blutzucker und Insulin – schauen wir uns auch sehr ausführlich in meinem Online-Workshop an. Nicht theoretisch, sondern so, dass du deinen eigenen Körper besser einordnen kannst. Wenn du das Gefühl hast, dass Stress bei dir eine größere Rolle spielt, als du bisher dachtest, dann könnte der Workshop genau das Richtige für dich sein.
Hier findest du alle Infos zum Online-Workshop und kannst dich anmelden:
Online Workshop
In der nächsten Mail schauen wir uns die Stellschraube Schlaf genauer an, weil diese sowohl relevant für Insulin ist als auch für Cortisol.
Bis nächste Woche Deine Sally |

