Ausgabe #17 – Das Regulationssystem

letzte Woche habe ich dir von dieser Phase erzählt, in der ich meinen eigenen Körper nicht mehr verstanden habe. Von der Müdigkeit, der Gereiztheit, dem Gefühl, nicht mehr richtig zu funktionieren.

Was ich dir damals noch nicht erzählt habe, ich habe sehr lange an der falschen Stelle gesucht. Ich dachte, ich müsste mich mehr zusammenreißen. Besser essen. Disziplinierter sein. Noch genauer hinschauen. Ich habe versucht, Symptome zu optimieren, ohne zu verstehen, warum sie überhaupt da waren. Und das so lange, bis ich irgendwann einfach keinen Lust mehr hatte irgendwas auszuprobieren.

Der Wendepunkt kam erst, als ich aufgehört habe, meinen Körper isoliert zu betrachten. Nicht nur Ernährung. Nicht nur Insulin. Nicht nur Hormone. Sondern das Zusammenspiel und vor allem ein System, das ich lange unterschätzt habe: mein Stress- und Regulationssystem. Cortisol.

Nicht im Sinne von „Ich bin gestresst“, sondern in der Art, wie mein Körper Energie verteilt, wie er morgens startet, wie stabil er durch den Tag kommt
und ob er abends überhaupt noch runterfahren kann.

Plötzlich ergaben so viele Dinge Sinn. Warum ich morgens schon erschöpft war. Warum ich mich nachmittags so schwer tat. Warum das gleiche Essen den Körper so unterschiedlich belastet hat.

Und genau das sehe ich heute bei so Vielen. Sie kämpfen gegen Symptome, obwohl ihr Körper eigentlich versucht, mit einem dysregulierten System klarzukommen. Wenn man das versteht, verändert sich der Blick komplett. Nicht mehr: „Was mache ich falsch?“ Sondern: „Was versucht mein Körper gerade auszugleichen? Und was kann ich ihm geben, um ihm zu helfen.“

In den nächsten Mails werde ich dir genauer zeigen, wie dieses Zusammenspiel aus Hormonen, Insulin und Stress wirkt.

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