Ausgabe # 12 Was mein Onkel mir über Hoffnung beigebracht hat

Heute möchte ich dir von jemandem erzählen, der mir persönlich sehr nahesteht: mein Onkel.

Er bekam vor etwa drei Jahren die Diagnose: Typ-2-Diabetes.
Und ich weiß, dass viele hier nicht nur mit Insulinresistenz oder Prädiabetes kämpfen, sondern bereits weiter sind. Deshalb möchte ich dir seine Geschichte erzählen. Nicht, weil alles perfekt lief. Sondern weil sie zeigt, wie viel möglich ist – selbst, wenn man sich schon „zu spät“ fühlt.

Die Diagnose kam plötzlich

Mein Onkel selbst hatte nichts bemerkt. Keine Beschwerden. Kein Unwohlsein. Die Diagnose kam durch Zufall – bei einer Routineblutuntersuchung. Der Blutzuckerwert: deutlich über 300.
So hoch, dass seine Hausärztin ihn nach Sprechstundenzeit anrief,
um zu fragen, ob alles in Ordnung sei. Er meinte: „Ja, mir geht’s gut.“

Doch sie sagte ihm ganz klar:
„Bitte lassen Sie sich morgen sofort ins Krankenhaus einweisen.“

Das hat er auch getan. Im Krankenhaus bekam er Insulin, wurde engmaschig überwacht, und nach einer Woche, als die Werte sich stabilisiert hatten, wurde er entlassen – mit Insulin, Metformin, einem Sensor und einem Schulungsplatz in der Diabetikerschulung.

Was für ihn den Unterschied gemacht hat

Was mein Onkel rückblickend selbst gesagt hat:

„Ich hab mich extrem gut betreut gefühlt.“
Sowohl von seinem Diabetologen als auch von seiner Hausärztin.
Und die Diabetikerschulung hat ihm wirklich weitergeholfen –
nicht nur fachlich, sondern auch emotional.

Und ja, ich weiß, dass das nicht bei allen so ist. Ich höre oft ganz andere Geschichten. Umso schöner, wenn jemand gute Betreuung bekommt.
Und genau das wollte ich heute auch mal betonen: Gute medizinische Begleitung kann so viel verändern.

Die Veränderungen im Alltag

Er hat sich nicht überfordert, keine 180-Grad-Wendung hingelegt.
Aber er hat ein paar konkrete Dinge sofort umgestellt:

  • Keine zuckerhaltigen Getränke mehr
  • Kein Kuchen, keine süßen Stückchen
  • Weißmehl ersetzt durch Vollkorn, wo immer möglich
  • Vor den Mahlzeiten einen kleinen Salat
  • Viel trinken
  • Und durch den Sensor hat er gelernt, wie stark verschiedene Lebensmittel seinen Blutzucker beeinflussen

Vor allem das Feedback vom Sensor war für ihn der Gamechanger:
Er konnte in Echtzeit sehen, was sein Körper macht.
Und er hat festgestellt:

„Wenn ich nach dem Essen spazieren gehe, kann ich aktiv etwas beitragen. Mein Blutzucker steigt nicht so hoch oder sinkt schneller und ich muss nicht mal Insulin spritzen.“

Ein Jahr später: Ohne Insulin. Ohne Medikamente.

Schon nach kurzer Zeit konnte er das Insulin weglassen. Und nach etwa einem Jahr – in enger Abstimmung mit seiner Ärztin – auch das Metformin.

Heute lebt er medikamentenfrei. Er isst grundsätzlich so, wie er es sich damals angewöhnt hat. Und ja, heute isst er auch mal wieder Kuchen:
bei Geburtstagen, auf der Arbeit, wenn es passt. Aber er weiß, wo seine Stellschrauben sind. Er kennt seinen Körper. Und das macht den Unterschied.

Warum ich dir das erzähle

Weil ich weiß, wie schnell man denkt:
„Bei mir ist es schon zu spät.“
„Ich hab schon Diabetes, das bringt doch alles nichts mehr.“

Aber das stimmt nicht.

Dein Körper reagiert. Jeden Tag. Auf jede Entscheidung.
Und du kannst ihn unterstützen. Schritt für Schritt. Nicht perfekt. Sondern ehrlich. Wie mein Onkel. Und wie viele andere auch.

Bis nächste Woche

Deine Sally

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