Ausgabe # – Was ist eigentlich „normal essen“?

Diese Frage kommt bei mir ganz oft an. Und ich kenne sie ehrlich gesagt auch von mir selbst:

„Wann kann ich endlich wieder normal essen?“

Ich verstehe diesen Wunsch total. Weil man irgendwann einfach keinen Bock mehr hat, ständig zu überlegen, was man essen „darf“.
Weil man sich einfach wünscht, wieder essen zu können ohne ständig zu denken, zu planen, zu analysieren.

Ich sag dir, wie ich heute darüber denke: Es gibt kein allgemingültiges „normal“. Es ist etwas hoch Individuelles und es gibt dabei kein richtig oder falsch.

Noch weit vor der Insulinresistenz sah mein „Normal“ auch gar nicht immer gleich aus. Als Schülerin war es anders als später im Studium.
Nochmal anders Ende zwanzig, Anfang dreißig. Mit der Insulinresistenz war es dann das erste Mal, dass ich wirklich bewusst über mein Essen nachdenken musste. Das fühlte sich so schwer und mühsam an, dass ich mich einfach sehnte zurück zu können. 

Doch je länger der Prozess ging, desto klarer wurde mir:
Ich will zu keinem der alten Zustände zurück.
Ich will ein neues Normal, eins, das sich leicht anfühlt. Ein Zustand, in dem ich zu Hause und außer Haus entspannt essen kann und mich gut damit fühle.

Mein Körper gibt mir das beste Feedback.
Wenn ich etwas ändern wollte, dann habe ich es einfach getestet. „Kann ich wieder Nudeln essen?“ Ich habe es ausprobiert und auf meinen Körper gehört. So hat sich über die Zeit mein heutiges „Normal“ eingependelt. Mahlzeiten, bei denen ich satt bin und stabil bleibe.
Wo ich nicht eine Stunde später Heißhunger bekomme. Wo mein Kopf klar bleibt. Wo ich nicht in dieses ständige Hoch und Runter rutsche.

Und ja, mein Stoffwechsel kann heute wieder normal Glukose verarbeiten.
Pizza, Eis, Pasta, das funktioniert wieder. Aber, ich sage dir auch ganz ehrlich zu viel davon fühlt sich nicht gut an. 

Ich merke heute sofort, dass meinem Körper dann etwas fehlt. Vor allem Mikronährstoffe. (Klar – in solchen Speisen steckt davon eben nicht viel.)

Was ich dir mitgeben will:

Was bedeutet „normal“ für mich – heute?
Und was sagt mein Körper dazu?

Dein Körper ist der einzige, der dir diese Frage beantworten kann.

Er zeigt dir, was du gut verträgst, was dir Energie gibt, was dich runterzieht
und wie viel du wirklich brauchst. Du musst nur lernen, zuzuhören. Und ja, das dauert manchmal ein bisschen. Aber wenn du an diesem Punkt bist,
dann fühlt sich Essen nicht mehr wie ein Kampf an. Sondern einfach: wie deins.

Ich weiß, wie sehr man sich wünscht, dass irgendwann einfach alles wieder „ganz normal“ wird. Aber vielleicht ist „ganz normal“ gar nicht was man sicht.
Vielleicht ist es das eigene Gleichgewicht. Und genau das fühlt sich irgendwann wie echte Leichtigkeit an.

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