Als Jana mir geschrieben hat, war für sie die Sache ganz klar:
„Ich hab einfach ein Problem mit dem Essen. Ich bin ständig hungrig. Ich hab kein Sättigungsgefühl. Ich denke den ganzen Tag ans Essen. Ich hab’s einfach nicht im Griff.“
Sie war überzeugt, dass sie da ansetzen muss. Weil: Wenn etwas so präsent ist wie ständiger Heißhunger, dann denkt man automatisch, glas klar da liegt das Problem. Sind wir mal ehrlich, es ist ja auch so, dass man genau das vom Außen gespiegelt bekommt. Wenn man ständig an Essen denkt, dann heißt es von überall, man hat ein Problem mit Essen.
Aber genau da fängt es an, spannend zu werden. Denn: Nur weil ein Symptom laut ist, heißt das nicht, dass es die Ursache ist.
Ja, die Ursache kann da liegen, aber sie muss nicht. Und die Erfahrung hat mir gezeigt, oft liegt sie ganz woanders.
Was bei Jana wirklich los war
Als wir dann ihre Symptome einmal komplett sortiert und analysiert haben,
kam ziemlich schnell raus:
Das Thema Essen war nicht die Wurzel. Es war die Folge.
Janas Körper war im Dauerstress. Ihr Blutzucker war morgens viel zu niedrig. Sie hatte keinen Rhythmus in ihren Mahlzeiten. Und sie war permanent müde, ohne sich wirklich erholt zu fühlen.
Ihr Körper hat alles daran gesetzt, das irgendwie zu kompensieren.
Mit Cravings. Mit Heißhunger. Mit dem Gefühl, nie satt zu werden. Und weißt du was? Das ist logisch. Denn ein Körper, der sich permanent im Mangel fühlt, an Schlaf, an Energie, an Nährstoffen, der verlangt schnell verfügbare Energie. Und das ist oft: Essen. Süßes. Schnelles. Mehr, als man braucht.
Was ich dir damit sagen will:
Wenn du das Gefühl hast, ein Symptom schreit dich an, dann hör hin, aber schau tiefer.
Vielleicht geht es dir wie Jana. Und vielleicht ist genau das, was sich am größten anfühlt, nur die Spitze vom Eisberg.
Und genau darunter liegt der Teil, der wirklich verändert werden will. Und der auch veränderbar ist, wenn man einmal versteht, wo man ansetzen muss.
Bis nächste Woche
Deine Sally
