Ich weiß noch ganz genau, wie ich damals da stand und dachte:
„Bewegung? Sport? Das schaffe ich nicht auch noch.“
Kein Witz, ich hatte in dem Moment einfach keinen Raum im Kopf. Keine Zeit. Kein Nerv. Ich dachte sofort an Sportprogramme, an durchtrainierte Fitness-Influencerinnen, an 30-Tage-Challenges und an Muskelkater, der mich tagelang lahmlegt. Zwei Mal habe ich mich überzeugt und gesagt, komm jetzt machst du es. Zwei Mal. Und beide Male hatte ich so extremen Muskelkater, dass ich es direkt wieder gelassen habe.
Weil mein Körper eh schon müde war.
Weil ich eh schon keine Energie hatte.
Weil ich nicht noch zusätzlich erschöpft sein wollte.
Und weil ich dachte: Wenn ich’s nicht richtig mache, dann lieber gar nicht.
Heute sehe ich das anders. Und ich wünsche mir so sehr, dass ich das früher verstanden hätte. Denn wenn man hört „Bewegung hilft bei Insulinresistenz“, dann denken die meisten sofort an Sport im klassischen Sinne. Aber es geht um etwas anderes.
Es geht nicht darum, dich zu überfordern.
Es geht nicht darum, schwitzen zu müssen.
Es geht nicht um den Fitnessbody.
Es geht darum, deinen Körper wieder in Fluss zu bringen.
Denn: Bewegung und sei sie noch so klein hat einen direkten Einfluss auf deinen Blutzucker, auf deinen Hormonhaushalt, auf dein Nervensystem.
Bewegung kann helfen, dass Glukose besser verarbeitet wird. Dass deine Zellen wieder ansprechbarer werden für Insulin. Und nein, dafür musst du keine Stunde durch den Wald rennen.
Manchmal ist es ein Spaziergang. Manchmal sind es fünf Minuten Beine ausschütteln oder Arme kreisen. Manchmal reicht es, sich nach dem Essen fünf Minuten zu bewegen, statt direkt wieder zu sitzen.
Ich dachte lange: Wenn, dann richtig.
Heute denke ich: Egal wie, jede Bewegung tut meinem Körper gut.
Ich habe verstanden, dass mein Körper, um gesund zu sein, keine Perfektion braucht. Er braucht die Dinge in meinem Tempo.
Wenn dich, wie mich damals, der Gedanke an mehr Bewegung überfordert, dann atme mal kurz durch. Und frag dich: Was wäre ein kleiner Schritt, der heute möglich ist? Ein bisschen mehr gehen? Den Fahrstuhl gegen die Treppe tauschen?
Ich verspreche dir: Genau da fängt Veränderung an.
Bis nächste Woche
Deine Sally
