Ausgabe #18 – Meine Learnings

Ich wünsche dir ein wunderschönes 2026. Ich hoffe, du hattest entspannte Feiertage. In dieser E-Mail möchte ich an die letzten Mails vor Weihnachten anschließen. Dort habe ich dir davon erzählt, wie ich an einem Punkt stand, an dem ich meinen Körper nicht mehr verstanden habe. Ich habe versucht, einzelne Symptome zu verbessern. Hier etwas an der Ernährung geschraubt. Dort an Routinen. An Pausen. An Nährstoffen. Immer in der Überzeugung (oder in der Verzweiflung), irgendwo müsste doch diese eine Stellschraube sein, die alles wieder ins Lot bringt.

Was ich erst viel später verstanden habe und was ich dir mitgeben möchte: Bei Insulinresistenz funktioniert der Körper nicht linear. Er reagiert nicht nach dem Prinzip „Wenn ich X ändere, passiert automatisch Y.“ Insulin, Blutzucker, Hormone und Stress arbeiten nicht getrennt voneinander. Sie sind Teil eines Regelkreises, der sich permanent anpasst. Wenn dein Stresssystem dauerhaft aktiv ist, verändert sich, wie dein Körper mit Insulin umgeht. Wenn dein Blutzucker instabil ist, reagiert dein Stresssystem. Und wenn Insulin nicht mehr sauber wirkt, verändern sich Energie, Hunger, Zyklus und Regeneration.

Schlaf und Bewegung sind zwei weitere Komponenten. Zu wenig oder unruhiger Schlaf hält das Stresssystem aktiv, selbst dann, wenn du tagsüber alles „richtig“ machst. Der Körper bleibt im Sparmodus, Insulin wirkt schlechter und Energie fühlt sich knapper an, als sie eigentlich ist. Bewegung wirkt zweischneidig. Zu wenig Bewegung macht den Stoffwechsel träge. Zu viel oder zu intensive Bewegung hält das System ebenfalls im Alarm, vor allem dann, wenn Schlaf und Energie ohnehin schon niedrig sind. Das fühlt sich dann so an, als würde man alles richtig machen und trotzdem nie wirklich ankommen.

Genau hier greifen die Stellschrauben ineinander, meine Learnings waren:

Ich kann mich noch so ausgewogen ernähren, wenn Schlaf und Stress nicht mitziehen, wird mein Körper Energie anders verteilen.

Ich kann Pausen einplanen, wenn Bewegung und Blutzucker ständig gegeneinander arbeiten, bleibt mein System unter Spannung.

Ich kann Nährstoffe ergänzen, doch wenn mein Schlaf nicht regenerativ ist, kommen sie dort nicht an, wo sie gebraucht werden.

Und genau dieses Verständnis ist für mich der Schlüssel bei Insulinresistenz geworden. Nicht die eine perfekte Maßnahme, sondern das Zusammenspiel zu erkennen. Gerade jetzt, zum Start in ein neues Jahr, kannst du dieses Wissen für dich nutzen. Lass uns in 2026 nicht an einzelnen Stellschrauben drehen, sondern am ganzen System.

In der nächsten Mail erzähle ich dir, wie ich heute mit diesem Systemverständnis arbeite und warum genau das für viele der Punkt ist, an dem sich wirklich etwas verändert.

Bis nächste Woche

Deine Sally

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